Gesamtbild der Rad- und Fußgängerbrücke

Fußgänger- und Radwegbrücke

Der Neubau der Fuß- und Radwegbrücke über das Katzenlochbachtal in Bonn-Röttgen zeigt: Eine Holzkonstruktion passt sich bestens ins Wald- und Landschaftsschutzgebiet ein, und Dauerhaftigkeit ist auch gegeben.

Die Fuß- und Radwegbrücke, die 1969 im Kottenforst als Querung des Katzenlochbaches in guter Zimmermannstradition als Holzkonstruktion als frei bewitterte Holzkonstruktion erstellt worden war, war nicht mehr standsicher. Denn nach nach immerhin fast fünf Jahrzehnten hatten Fäule und Pilzbefall den der Witterung frei ausgesetzten Teile zu sehr zugesetzt.

Eine Instandsetzung war wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Somit musste ein Neubau her, um die Überquerung des reizvollen Katzenlochbachtales für Fußgänger und Radfahrer wieder zu ermöglichen. Auch dieser sollte aus Holz bestehen. Für eine bessere Haltbarkeit und um den Wartungsaufwand gering zu halten — immerhin steht die Brücke inmitten eines Vogelschutz- und Flora-Fauna-Schutzgebietes —, sollte das Holz diesmal jedoch vor direkter Bewitterung geschützt werden.

Außerdem galt es, die bei der Erstellung der Brücke notwendigen Eingriffe in die umgebende Natur so gut wie möglich zu minimieren. Das bedeutete auch, die Brücke an gleicher Stelle zu errichten, und dabei die Gründungselemente — soweit noch verwendbar — zu erhalten und zu benutzen.

Dies gelang jedoch nicht mit allen Elementen: Da die alte Brücke zwar am westlichen Ende über ein Betonwiderlager verfügte, das östliche Ende allerdings ohne Widerlager in den Berghang gesetzt war, musste für den Neubau an dieser Stelle ein Widerlager geschaffen werden. Hierfür wurde das östliche Brückenende in den Talhang weiter oberhalb verschoben um zu vermeiden, geschützten Baumbestand roden zu müssen.

Dadurch verlängerte sich die Gesamtlänge der Brücke um 7,30 m auf insgesamt 54,60 m, die Breite beträgt 2,50 m. Gleichzeitig ergibt sich so eine Steigung von West nach Ost von 2,5 %, was in diese Richtung fahrende Radfahrer zwar zu ein wenig mehr „strampeln“ zwingt, dafür jedoch den Wasserablauf erleichtert. (Und die Radfahrer gewinnen die „verlorene Energie“ auf ihrem Rückweg zurück.)

Die vorhandenen, noch nutzbaren Mittelstützenfundamente erhielten Querriegel aus Stahlbeton-Fertigteilen. Sie nehmen im mittigen Auflagenbereich je zwei nach innen geneigte Holzstützen aus Brettschichtholz auf. Die Neigung der Holzstützen beträgt steile 13 Grad und schützt das Holz somit vor direkter Bewitterung. Die äußersten Stützenpaare mussten aus statischen Gründen allerdings aus Stahl gefertigt und mit einem Verband aus Stahlrohren ausgesteift werden.

Der Brücken-Überbau besteht aus einer geschlossenen Holzplattenkonstruktion. Die Feldweiten der Brücke sind unterschiedlich und liegen zwischen 4,90 und 7,30 m. Um die nötige Biegefestigkeit für die beiden Brückenfelder mit der Stützweite von 7,30 m sicherzustellen, wurden diese aus einer 20 cm starken Holzplattenkonstruktion errichtet, die restlichen Brückenfelder bestehen aus 18 cm dicken Holzplatten. Sie wurden zug- und schubfest miteinander verbunden und leiten auftretende Wind- und Querlasten ab. Ihren seitlichen Abschluss findet die Brücke in einem Stahlgeländer mit horizontalen Seilfüllungen und einem Handlauf aus Holz.

Im Sinne der Langlebigkeit wurde auf die Holzplattenkonstruktion Gussasphalt aufgetragen. Er dichtet diese zur Witterungsseite ab und ergibt zusätzlich eine griffige und für Radfahrer angenehme Oberfläche mit geringem Wartungsaufwand.

Die Entwässerung des Überbaus funktioniert mittels eines Quergefälles zur Brückenmitte im Zusammenspiel mit dem Längsgefälle in Richtung Osten. Am westlichen Widerlager wird das Wasser über eine Asphaltfuge abgeführt. Am Ostende verhindert eine Querrinne den Zulauf von Hangwasser auf die Brücke.

Eine besondere Herausforderung war die Errichtung des Neubaus ohne im Landschaftsschutzgebiet Schäden an Wald und Flur zu verursachen. Ein Einsatz eines Kranes kam daher nicht in Frage und es blieb nur der feldweise Vorbau. Hierbei mussten die einzelnen Plattenelemente über den Stützen gestoßen und mit Zugankern zu Scheiben verbunden werden.

Erst wenn das fertiggestellte Brückenfeld befahrbar war, wurde von diesem aus das nächste Brückenfeld geschlossen. Hierfür wurde die geforderte Belastung der Brücke nach EN 1991-2 für Fußwegbrücken auf eine Achslast von 60 kN nach DIN 1072 erhöht. Dies erleichtert auch zukünftige Wartungsarbeiten.

Im Ergebnis fügt sich die neue Brücke unauffällig und dennoch reizvoll in das Schutzgebiet des Kottenforst ein und wird sicherlich für lange Zeit als Fußgänger- und Radweg-Überquerung des Katzenlochbachs seinen Dienst tun.

Bauherr/Bauherrin
Bundesstadt Bonn,
Tiefbauamt

Entwurf / Tragwerksplaner
Ingenieurbüro Dipl.-
Ing. Lorenz Cornelissen,
Nideggen

Holzbau
Schmees & Lühn,
Fresenburg

Fotograf
Lorenz Cornelissen

Fußgänger- und Radwegbrücke
Am Katzenlochbach
Bonn Deutschland
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